New Business bizarr
- Mai 23rd, 2010
- By RC
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Neulich bei einem New Business Termin. Ein typischer deutscher Mittelständler. Inhaber geführtes Untenehmen. Klang am Telefon recht interessiert, insbesondere das Thema Online Marketing sei ihm wichtig.
Also – Termin für Agenturvorstellung vereinbart. Rein ins Auto und 300 km runtergerissen. Einfache Strecke, versteht sich.
Dort angekommen dann erst mal warten auf den Chef. Er kommt mit Verspätung. Älteres Semester, seit 30 Jahren führt er das Unternehmen, das in dieser Zeit ohne Zweifel eine stattliche Größe erreicht hat. So weit noch alles gut. Dann beginnt es, seltsam zu werden. Wir gehen in sein Büro. Kein Meeting-Raum, kein Besprechungszimmer, nur sein Büro. Ein Mitarbeiter, ca. Mitte 20, stößt hinzu. Der Chef zündet sich eine riesige Zigarre an. Ich traue meinen Augen nicht – und baue – noch amüsiert über diese Klischee-behaftete Attitüde – meinen Laptop mit Beamer auf. Standard. Schon oft gemacht. Er jedoch sagt ungeduldig: das hasse er, das müsste doch auch ohne die ganze Technik zu machen sein. Ich denke: wie jetzt? Soll ich ihm meine mitgebrachten Arbeitsbeispiele mündlich beschreiben?
Nun gut – der Beamer läuft, ich erläutere die diversen Aspekte des Online-Marketings, unsere Arbeitsweie, die Vorteile von Email-Marketing und den Nutzen von Online-Medien im Allgemeinen – und dann schläft er ein — er schläft tatsächlich. Ich wende mich iriitiert seinem Mitarbeiter zu, der mich, um abzulenken rasch etwas fragt. Nach gut 4 – 5 Minuten wacht der Chef wieder auf, weil das Telefon klingelt. Er geht ran – und wird dies noch weitere 6 bis 7 mal während meines Vortrags tun. Einmal verlässt er sogar das Büro, um etwas zu klären. Spätestens jetzt beginne ich mich innerlich zu ärgern – bleibe äußerlich aber gelassen. Mir wird klar, dass er von dem was ich über Online-Marekting sage, nichts, aber auch gar nichts versteht, als er mir seine Kommunikationswunderwaffe zeigt, die er schon seit 20 Jahren einsetzt und die mit Sicheheit alle Informationsbedürfnisse des Marktes bedient: die 6-seitige Kundenzeitschrift.
OK – also wieder rein ins Auto und den Tag abgehakt.
Fazit: eine Lehrstunde zum Thema Verständnis im deutschen Mittelstand für die sich ändernde Kommunikationslandschaft. Und zum Thema Anstand und Respekt. Aber ich wollte eh keinen Kaffee. Danke.